Bleibt gespannt, was als nächstes passiert...
Bitte April schneiden wir unsere Gräser zurück. Die trockenen Halme wickeln wir locker um die Erdbeerpflanzen als Schutz gegen Feuchtigkeit. Den Rest verteilen wir im Garten, da es von vielen Singvögeln gerne als Nistmaterial genommen wird.
Außerdem ziehen die ersten vorgezogen Pflanzen in die Hochbeete. Als Witterungs-/Windschutz stülpen wir die nächsten Wochen noch abgeschnittene 1L Plastikflaschen über die zarten Sprösslinge.
Das Osterfeuer in Jaderberg auf der Schützenwiese ist wie in jedem Jahr ein Besuch wert. Neben Bratwurst, Schmalzkuchen und Co. können Kinder Karussel fahren, über die große Wiese toben und um 21.30Uhr das Feuerwerk bestaunen.
Bei Bekannten haben wir ein paar Baumsprösslinge ausgraben dürfen, die wir nun im Garten verteilen.
Das zieht die Hühnerschar magisch an. Die ausgehobene Erde wird gleichmal nach Essbarem durchforstet.
Auch im Schleiereulenkasten hat sich einiges getan. Seitdem wir vor 4 Jahren den Kasten erneurt haben, hatten wir nur Junggesellen, die den Kasten tagsüber zum Schlafen genutzt haben. In diesem Jahr ist aber ein Pärchen eingezogen und hat ganze 8 Eier gelegt.
Auch ein beachtlicher Vorrat Mäuse wurde schon angesammelt.
Normalerweise schreiben wir hier nicht so lange Berichte
- wer will schon soviel lesen...
Aber dieser Bericht lohnt sich - wirklich!
Durch unsere neue Wildtierkamera am Falkenkasten, konnten wir sehen, dass es nachts tatsächlich täglich zum Streit zwischen Falken und Schleiereulen um den Nistkasten kam:
... und die Falkendame dadurch erst wieder am nächsten Morgen zurück ins Nest kehrte, haben wir im Verlauf mehrerer Wochen verschiedene Maßnahmen ausprobiert, um die Eulen vom Falkenkasten fernzuhalten. Schließlich hatten sie ja ihren eigenen Kasten.
Hier eine Übersicht:
1. Maßnahme:
Entfernung der vorgebauten Sitzstange und Anbau einer alternativen Sitzstange für die Eule neben dem Einflugloch zum Eulennistkasten.
Fazit: Die Falken haben die Umbaumaßnahme akzeptiert. Auch die Eulen haben die neue Sitzstange nachts angenommen, aber weiterhin die Falken attakiert und aus dem Kasten vertrieben.
Hier kann man sehen, wie die Falken eine Krähe abwehren. Auch der Unterschied zwischen Falkenmann und -frau ist gut erkennbar. Das Falkenmännchen (vorne im Bild) hat einen gräulichen Kopf und graue Schwanzfedern.
Es wird fleißig eine Kuhle gebuddelt für die Eier.
2. Maßnahme:
Den Anflug in den Falkenkasten für die Eulen erschweren. Dazu haben wir einfach Kaninchendraht vor den Nistkasten gespannt und unten einen Spalt zum Durchschlüpfen für die Falken gelassen.
Fazit: Es stellte sich heraus, dass es den Eulen gar nicht per se um den Nistkasten ging. Allein die Anwesenheit der Falken (wahrscheinlich als Revierkonkurrent) war den Eulen ein Dorn im Auge, sodass die nächtlichen Attacken weitergingen.
3. Maßnahme:
Anflug deutlicher erschweren. Unsere Hoffnung, dass die Eulen die Attacken einstellen, wenn sie die Falken gar nicht mehr sehen können, mündete in dem Plan, dass wir den Falkenkasten vorne ganz mit Brettern verkleideten und das Einflugloch auf 7x6cm verkleinerten.
Da sollte doch unmöglich eine Schleiereule durchpassen können!
[Die Kamera zog auch in den Falkenkasten um und wie ihr sehen könnt war zu dem Zeitpunkt schon das erste Falkenei gelegt.]
Aber die Rechnung hatten wir
ohne die Eule gmacht...
Fazit:
Passt der Kopf einer Eule durch,
passt auch der Rest durch.
Nun waren wir erstmal ziemlich ratlos...
Uns war klar, die Falkendame wird ihr Ei nicht in Ruhe ausbrüten können, wenn sie das Nest nachts so stark verteidigen muss. Denn die Eulen waren alles andere als zimperlich, wie wir auf den Aufnahmen sehen konnten - definitiv nichts für schwache Nerven!
Jetzt hätte man natürlich sagen könne:
"Das ist in der Natur eben so!"
Aber Aufgeben war für uns keine Option!
4. Maßnahme:
Wir haben also einen ganzen Abend bis spät in die Nacht im Internet recherchiert und getüfftelt und schließlich eine Art inneres Labyrinth über drei Ebenen entworfen (sh. nächstes Bild).
Diese Lösung sollte mehrere Funktionen gleichzeitg erfüllen:
1. Das Einflugsloch sollte breit und niedrig (8 x 13cm) werden, statt zuvor hoch und schmal.
2. Der Boden des Einflugsloch sollte auf Höhe der unteren Kante des Einfluglochs enden, sodass es für die Eulen schwieriger sein sollte, sich am Einflugsloch festzukrallen. Für die Turmfalken aber eine Leichtigkeit, da sie sich auch ein kleinen Mauervorsprüngen halten können.
3. Wenn die Eule es doch durch das schmale Einflugsloch schaffen sollte, sollte sie die Falken
a) nicht gleich sehen können und müsste
b) dann erst durch ein kleines Labyrinth mit Engpässen, um zur eigentlichen Bruthöhle zu gelangen.
Hier seht ihr schematisch den Laufweg:
Die Eule müsste also erst nach hinten durchlaufen, durch einen sehr schmalen Spalt runterhüpfen und gleichzeitig die Laufrichtung wieder nach vorne wechseln, um dann noch eine Ebene tiefer durch ein seitliches Schlupfloch in die Bruthöhle zu gelangen.
Von diesen Engpässen erhofften wir uns den größten Erfolg, weil Schleiereulen mit ihren langen Beinen nicht so wendig sind wie Falken.
Gesagt - Getan!
Da es nun bereits zwei Eier gab und wir den Falkenkasten nicht für mehrere Stunden abhängen wollten, haben wir das Labyrinth als einsetzbares Element gebaut und gewartet bis die Falkendame mal kurz auf Nahrungssuche war.
Der Einbau war dann innerhalb von 5 Minuten erledigt.
Nun saßen wir den Nachmittag wie gebannt vor der Nestkamera, um zu schauen, ob denn die Falken es schaffen würden, durch das Labyrinth in die Nisthöhle zu finden...
...schaut selbst ins Video
Man hört sie am Einflugsloch landen, aber leider nicht ins Labyrinth gehen.
Draußen auf die Lauer gelegt, war das Problem schnell zu erkennen:
Der Platz hinter dem Einflugsloch war für die Falken zu niedrig.
In einer weiteren Brutpause der Falkendame, sind wir also schnell wieder auf die Leiter, haben das Labyrinth nochmal ausgebaut und das "Dach" des Labyrinths entfernt - auf dem Bild oben ist es die obere dunkle Siebdruckplatte.
Und dann saßen wir wieder vor der Kamera... gespannt den Atem anhaltend....
Die große Frage war nun noch:
Was ist mit den Eulen?
Dazu haben wir leider kein Videomaterial, weil es zu dunkel war, um es zu filmen. Aber folgendes spielte sich am Abend ab:
Die Eule landete oben auf dem Nistkasten. Sie kletterte mithilfe von Schnabel und Krallen (akrobatengleich!) über die Vorderkante des Dachs hinab auf Höhe des Einflugsloch, wo sie sich nur mit Mühe festhalten konnte, schaute hinein, sah keinen Falken und flog weg. Dies wiederholte sich noch mehrere Male, auch in den Folgenächten.
Ob sie es vielleicht doch einmal durch das Loch geschafft hat, wissen wir nicht. Aber selbst wenn, hat sie den Weg durch das Labyrinth nicht geschafft.
Unsere Freude war riesig!
Nur die Falkendame traute dem Frieden noch nicht ganz. In den ersten Nächten war sie noch sehr aufgeregt, wenn sie die Eule auf oder an dem Kasten hörte. Es ging sogar eines der Eier kaputt.
Aber das legte sich bald und dann kamen nacheinander weitere Eier dazu. Und Mama und Papa Falke wechselten sich mit dem Brüten ab, wenn Mamafalke mal auf Mäusejagd gehen wollte.
Wir werden berichten, wie es weitergeht bei Familie Falke!
Anfang März starten wir in die Gartensaison. Blumenbeete werden aufgelockert, Rasen abgestochen, Hecken geschnitten und in den Hochbeeten fällt eine kleine Instandhaltungsaufgabe an. Die Mittelstreben, die die langen Seiten miteinander verbinden und damit stabiliseren, sind vergammelt und müssen ausgetauscht werden. Dann arbeiten wir Kompost aus dem Garten ein und sichten das Saatgut aus dem letzten Jahr.
Nachdem der Kürbis letztes Jahr in keinem der Kübel was geworden ist, haben wir ihm in diesem Jahr einen Platz im Hochbeet reserviert. Damit er nicht allen anderen Pflanzen den Platz wegnimmt, darf er außen auf der Kante enlang wachsen.
Ansonsten sind wieder dabei: Blumenkohl, Porree, verschiedene Salate und Karrotten, Mairübe, Zwiebeln, Buschbohne, Radieschen, Bunte Bete, Fenchel und Frühlingszwiebeln.
Die Beetplanung haben wir wieder mit der Fryd-App erstellt.
Habt ihr schonmal Mönchsbart gegessen?
Eine Tüte davon war heute in unsere Biokiste vom Eekenhof aus Büppel. Wir haben das zarte leicht salzig schmeckende Kraut mit Knoblauch kurz gedünstet und dann mit Lachs und Makkaroni gegessen. Super lecker!
Ich hab daraufhin gleich eine Tüte Saatgut bestellt und werde es wahrscheinlich in einem Kübel dieses Jahr mal selbst anbauen.
Unsere neueste Anschaffung ist eine Kamera für den Nistkasten unserer Falken. Nachdem diese in den letzten Jahren immer wieder sehr erfolgreich ihre Jungen groß gezogen haben, wollen wir ab diesem Jahr hautnah dabei sein.
Spannende Aufnahmen werden wir hier mit euch teilen.
Und siehe da, das Falkenweibchen lässt sich schon wenige Minuten später blicken. Zu unserer großen Überraschung auch das Schleiereulenpärchen, dass seine Nesthöhle im Nebengebäude hat. Scheinbar ist das Kasten ideal als Anhocksitz für die nächtliche Jagd. Mal sehen, wie die Falken das finden, wenn sie mit der Brut beginnen.
Die Temperaturen steigen Mitte Februar endlich etwas an und die Schneemassen verschwinden. Der Morgen begrüßt uns mit wunderbarem zarten Sonnenlicht, dass sich seinen Weg durch den Nebeldunst bahnt.
Auch im Februar fällt nochmal Schnee. Wir genießen die Ruhe und Stille in der Ölstraße. Denn auch wenn sowieso nicht so viel Durchgangsverkehr herrscht, bei Schnee und Eis traut sich kaum jemand hierher.
Unsere wilden Fasane kann man das ganze Jahr über im Garten beobachten. Sie sind mittlerweile recht zutraulich und warten geduldig an den Futterplätzchen auf Nachschub.
Der Januar bringt zum zweiten Mal Schnee in diesem Winter, der sich einige Tage hält.
Ein paar frostfeste Stare haben sich entschieden, den Winter bei uns im Garten zu bleiben, statt mit den anderen in den Süden zu reisen.
Es herrscht ein emsiger Betrieb um unsere Futterhäuser: Stare, Amseln, Wacholderdrosseln, Fasane, Rotkehlchen, Spatzen, Meisen, Buntspecht, Zaunkönig...
Auch ein Kernbeißer lässt sich
an einem der Futterplätze blicken.
Der Schneesturm hat uns eingeschneit. Die Brücke ist durch Schneewehen nicht mehr befahrbar. Auch im Garten hat der Sturm tolle Gebilde gezaubert. Die Katzen setzen dieser Tage wenn überhaupt dann nur kurz ein Pfötchen vor die Tür....kein Wunder, wenn der Schnee sogar das Katzenhaus eingenommen hat.